Zurück zur Natur

LIFE-Projekte von VERBUND

Seit 25 Jahren gestaltet VERBUND die Landschaft an den großen Gewässern Österreichs neu. Dabei gilt: „Big is beautiful.“ Moderne Elektronik hilft beim Optimieren von Planung und beim Studium der Erfolge neuer Fischwanderhilfen.

Life is Life im ehemaligen Baggerloch: Wo schweres Gerät erst vor fünf Jahren die Flüsse Krems, Kamp und den Donau-Altarm bei Altenwörth auf mehr als zwölf Kilometern Länge umgekrempelt hat, beeindruckt heute ein Naturparadies, das in dieser Form seinesgleichen sucht. Es ist eines der jüngeren von der EU geförderten LIFE-Projekte, mit denen Österreichs größter Stromerzeuger VERBUND seine Wasserkraftwerke für Fische passierbar macht. Die Bezeichnung Fischwanderhilfe mag auch in Altenwörth offiziell die korrekte sein, was sich hier an Leben abspielt, ist viel facettenreicher, so bunt, wie man es am „normalen“ Donauufer nicht finden kann. Es ist eine Flusslandschaft mit Windungen, Kiesbänken und Inseln vor dem Hintergrund von Weidendschungeln und Schilfdickicht. Ein Refugium, das übrigens auch vom Menschen genutzt werden darf.

Dabei ist der Idylle nicht anzusehen, dass sie auf einen schmalen Streifen begrenzt ist, der erst dem Kraftwerksstau und dann durch den einstigen Donau-Altarm bis zum Kraftwerksauslauf folgt und dabei 16 Meter Höhenunterschied überwindet. Entsprechend hat das, was Krems, Kamp und Donau hier an Wasser zusammenbringen, munteres Tempo. An einer Biegung des Flusses ist die Luft voller Uferschwalben, die bei ihren Nistplätzen in einer mehrere hundert Meter langen, lehmigen Ufersteilwand ein- und ausfliegen. An vielen Uferstellen staksen Fischreiher im Wasser. Schilf, Weiden und blühende Wiesen am Auwaldsaum lassen nichts mehr davon erahnen, dass hier erst vor kürzester Zeit in höchster Präzision 580.000 Kubikmeter Kies und Sediment weggebaggert und per GPS-Koordinaten nach einem exakten Plan neu aufgeschichtet wurden.

Ökologie im Zeitalter der Digitalisierung

Längst ist viel High-Tech im Spiel, wenn es darum geht, Renaturierungen nicht nur irgendwie, sondern wirkungsvoll auf den Boden zu bringen. Fish and Chips machen die Welt besser. Allerdings nicht kulinarisch, sondern ökologisch. Mit Mikroelektronik gechipte Huchen, Äschen, Schleien, Forellen oder Nasen lassen uns viel besser als bisher verstehen, was Fische für ihre Wege und ihr Überleben in stark genutzten und regulierten Flüssen brauchen.

So funktioniert es: An einer Engstelle des Umgehungsgewässers sammelt eine Reuse die vorbeischwimmenden Fische ein. Täglich rücken Ökolog:innen aus und prüfen jedes einzelne Exemplar von Hand. Jeder Fisch bekommt mit einem kleinen Pieks seinen eigenen PIT in den Bauch implantiert. Diese Mikrochips, „Passive Integrated Transponders“, sind gerade so groß wie ein kurzes Stück Bleistiftmine. Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden Ab diesem Zeitpunkt ist der Fisch ein registriertes Individuum mit Daten über Chip-Datum, Art, Größe und Gewicht. Ab jetzt ist der Schwimmer auch ein passiver Sender, der bei einer Antennenmessstation einen Impuls auslöst. Zehntausende Fische sind so bereits zu flitzenden „Botschaftern“ in Inn und Donau geworden. Eine zentrale wissenschaftliche Erkenntnis ist bereits, dass gute, das heißt vor allem ausreichend große Fischwanderhilfen längerfristige Lebensräume für viele Arten sind, und die Donau oft die „Autobahn“ dazwischen ist.

Den vollständigen Text finden Sie in unserem INSPIRE Magazin.

LIFE-Projekte bei VERBUND

WeNatureEnns 

Wiederherstellung 20 km naturnaher Flussufer an der Enns 

Blue Belt Danube Inn

Vernetzung von Habitaten und Barrierefreiheit für die Kraftwerke Schärding, Passau, Jochenstein, Aschach und Ybbs-Persenbeug

Riverscape Lower Inn

Entwicklung von Flusslandschaften entlang der und Fischwanderhilfen bei den Kraftwerken Braunau und Egglfing 

Network Danube Plus

Fischfreundliche Maßnahmen zwischen den Donaukraftwerken Greifenstein und Altenwörth 

Netzwerk Donau

Umgehungsgewässer bei den Donaukraftwerken Ottensheim, Abwinden-Asten und Greifenstein

Traisen

Neuschaffung des Unterlaufs und der Mündung der Traisen in die Donau